20060205gf3763_knast500px 

 

Pakete für Menschen in Haft

Brücken zurück in die Gesellschaft bauen

 

Das Leben im Gefängnis ist trist, besonders für wohnungslose Menschen, die „draußen“ selten jemanden haben, der an sie denkt. Vor allem Feiertage wie Ostern und Weihnachten oder der eigene Geburtstag, die Menschen normalerweise im Kreise ihrer Familie verbringen, sind hinter Gittern meist unerträgliche Tage.

Umso mehr Freude bringt ein Paket denjenigen, welche diese Feiertage hinter Gittern verbringen müssen. Die ESB versandte deshalb über viele Jahre Pakete zu besonderen Anlässen an Menschen in Haft, die sie aus ihrer täglichen Beratungsarbeit kannte. Wir stellten Pakete mit Kaffee, Tabak, Süßigkeiten und Briefmarken bis zu drei Kilogramm Gewicht zusammen und verschickten sie an betreute Insassen in Haftanstalten in ganz NRW. Die ESB kümmerte sich hier besonders um die Menschen, die auf der Straße lebten, bevor sie inhaftiert wurden, und um mittellose Gefangene. Denn bezahlte Arbeit ist auch im Gefängnis knapp. Mittellose Inhaftierte, die keinen der begehrten Jobs bekommen können, verfügen über kein Geld, um sich etwas für ihren Gefängnisalltag kaufen zu können.

Aufgrund einer Änderung des Strafvollzugsgesetzes NRW im Januar 2015 dürfen Inhaftierte keine Lebensmittelpakete mehr empfangen. Nahrungs- und Genussmittel müssen sie von nun an in den überteuerten Einkaufsmöglichkeiten der Haftanstalten käuflich erwerben. Wir bedauern diese Gesetzesänderung, da die Haftpakte uns in der Vergangenheit ermöglichten, den Inhaftierten eine „süße“ Freude im tristen Gefängnisalltag zu bereiten – und Brücken zurück in die Gesellschaft bauen können für die Zeit nach der Haft.

 

Lesen Sie hier Briefe von Inhaftierten, die uns aus dem Gefängnis erreicht haben:

Haftpakete-Brief-1Haftpakete-Brief-2Haftpakete-Brief-3