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PRESSEMITTEILUNG vom Bottroper Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung vom 19. September 2011

 

30-Euro-Ticket für den Nahverkehr kann nur ein erster Schritt sein

 

Geringverdiener, Erwerbslose und Arme müssen in Bottrop schon viel zu lange auf ein Sozialticket für den Nahverkehr warten. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind für sie nicht oder nur unter großen finanziellen Opfern bezahlbar. Ein reguläres Monatstickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kostet für den innerstädtischen Nahverkehr 59,15 Euro. Sozialticketinitiativen, Gewerkschaften und Sozialverbände fordern deshalb einen Preis von 15 Euro. Nur so viel ist in den Regelsätzen für Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Sozialhilfe dafür vorgesehen.

Nach monatelanger Hängepartie einigten sich Politik und Verkehrsbetriebe im VRR Mitte Juli 2011 darauf, probeweise ein so genanntes Sozialticket zum Preis von 29,90 Euro ab November 2011 verbundweit anzubieten. Als Pilotprojekt soll es zunächst nur bis Ende 2012 laufen. Die Kommunen müssen dem vor Ort zustimmen. Bereits im September 2008 sprach sich der Rat der Stadt Bottrop mit großer Mehrheit für eine verbundweite Sozialticket-Regelung aus. Die Stadtverwaltung hat jetzt eine Ratsvorlage erstellt, welche die Annahme des 30-Euro-Tickets des VRR empfiehlt. Der Stadt entstehen demnach keine zusätzlichen Kosten. Der Sozialausschuss berät am 21. September 2011 darüber. Am 4. Oktober 2011 stimmt der Rat der Stadt Bottrop darüber ab.

„Das jetzige 30-Euro-Ticket ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Claudia Kretschmer von der Evangelischen Sozialberatung Bottrop (ESB). „Allerdings ist es mit 30 Euro viel zu teuer. Wenn es im kommenden Jahr darum geht, eine Folgeregelung ab Januar 2013 zu finden, besteht die Chance aus dem 30-Euro-Ticket ein Sozialticket zu machen, das diesen Namen auch wirklich verdient.“ Eine Stadt wie Bottrop, die als Innovation City eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltfreundlichkeit einnehmen will, sollte sich dann dafür stark machen, ihren einkommensschwachen Mitbürgern bezahlbare Mobilität und soziale Teilhabe im Nahverkehr zu ermöglichen.

„Mobilität ist ein Menschenrecht und genauso wichtig wie ein Dach über dem Kopf“, meint das Bottroper Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Für die soziale Teilhabe an der Gesellschaft ist Mobilität unerlässlich – sei es der verlangte regelmäßige Besuch im Jobcenter, die Pflege sozialer Kontakte, Arztbesuche, Versorgungsfahrten, Fahrten zur Arbeit oder zu Bewerbungsgesprächen.

Das Bottroper Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung ist ein Zusammenschluss sozialer Einrichtungen sowie Gewerkschaften und versteht sich als Lobby für Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind.

  

Anlagen

 
 

PRESSEKONTAKT:

Claudia Kretschmer
Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
c/o Evangelische Sozialberatung Bottrop (ESB)
Kirchhellener Straße 62a | 46236 Bottrop
Telefon: 02041 – 317055
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