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"Wohin bringt ihr uns?"

Kunstwerk erinnert an Bottroper Opfer der "Euthanasie"

 

DSC_1297_euthanasiebild_200pxReinhard Wieczorek hat ein Kunstwerk erstellt, das fortan an die Bottroper Opfer der "Euthanasie" erinnert. Die Arbeit des Bottroper Künstlers hat am 9. November 2010 seinen Platz im Bottroper Gesundheitsamt gefunden. Der Standort für das Kunstwerk verweist auf den historischen Zusammenhang zwischen öffentlichem Gesundheitswesen und nationalsozialistischer "Euthanasie", also der Vernichtung "lebensunwerten" Lebens. Die städtischen Gesundheitsämter spielten eine zentrale Rolle in der "rassenhygienischen" Politik der NS-Herrschaft.

 

DSC_1305_Euthanasiebild_200pxReinhard Wieczorek hat kleine Tafeln mit den Namen der Toten, Geburts- und Todesdatum sowie Todesort aller 89 Bottroper Opfer der "Euthanasie" in ein Kunstwerk integriert. Der "Arbeitskreis Bottroper Opfer der 'Euthanasie'" hat die Namenschilder 2009 für die Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag des "Euthanasie"-Befehls erstellen lassen. Der Bottroper Künstler hat die Namensschilder in gleichmäßigen Reihen auf der Leinwand angebracht und einige Schildchen mit Klebeband abgedeckt. Wer an der Folie zupft, deckt einen weiteren Namen auf. Diese Symbolik soll die Spannung zwischen vergessen und erinnern, verbergen und offenlegen verdeutlichen. Gleichzeitig lässt das Werk, eine Verbindung von Collage und Malerei, in Farbgebung, Material und Aufteilung Raum für weitere Assoziationen.

 

  • WAZ-Artikel vom 10. November 2010 über die Einweihung des Kunstwerks lesen » icon_pdf [PDF, 2 MB]