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Helene Rednau

Ein Bottroper Opfer der "Euthanasie"

 

helene-r_Familienfoto_unscharf_200pxHelene Rednau wurde am 28. Januar 1899 in Höntrop, dem heutigen Stadtteil von Bochum, als Tochter eines Bergarbeiters geboren. Die Familie zog später nach Bottrop. Nach dem Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Mutter Justine Rednau nach Bottrop-Welheim zu ihrer Schwester Wilhelmine in die Gungstraße 67. Helene Rednau war geistig behindert. Sie lebte und half im familiären Haushalt und wurde von ihrer Familie versorgt.

Die Umstände sind ungeklärt, die zur Einweisung von Helene Rednau in die Heil- und Pflegeanstalt Münster führten. Vermutlich erfolgte die Einweisung auf Grundlage eines Erlasses vom 18. August 1939, der die Meldepflicht für Hebammen und Ärzte einführte. Dies diente der Erfassung von Menschen, die ermordet werden sollten. So wurde Helene Rednau dem Schutz ihrer Familie entzogen.

Helene Rednau wurde am 30. Juni 1943 in die Zwischenanstalt Scheuern verlegt. Aus dieser Zeit sind anrührende Briefe an ihre Schwester erhalten geblieben. Von Scheuern aus wurde sie am 20. September 1944 in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt. Dort lebte sie nur noch wenige Monate. Am 28. Dezember 1944 wurde Helene Rednau in Hadamar ermordet.

Erst über vier Wochen später erhielt die Familie eine Todesbescheinigung aus der Anstalt Hadamar. Darin wird behauptet, Helene Rednau sei „an den Folgen einer Epilepsie durch Herzschwäche gestorben". Doch die Todesursache ist frei erfunden. Helene Rednau wurde verbrannt oder verscharrt. Es gibt kein Grab, an dem ihre Familie Blumen niederlegen kann.

 

 

stolperstein_helene-rednauEin "Stolperstein" für Helene Rednau

"Auch wenn ich meine Großtante Helene Rednau nie persönlich kennengelernt habe, ist sie doch Teil meiner Lebensgeschichte. Mit dem Satz meiner Mutter ‚Das Lenchen ist in Hadamar umgebracht worden', bin ich groß geworden. Immer wenn ich auf der Autobahn Richtung Wiesbaden unterwegs bin und die Ausfahrt ‚Hadamar' sehe, muss ich an das Schicksal meiner Großtante Helene Rednau denken. Als ich erfahren habe, dass der Künstler Gunter Demnig ‚Stolpersteine' für ‚Euthanasie'-Opfer setzen wird, war für mich sofort klar, dass ich für meine Großtante Lenchen vor ihrem einstigen Wohnort in der Gungstraße 67 einen ‚Stolperstein' setzen lassen möchte. Damit das Verbrechen an dieser Frau nicht vergessen wird." (Wilma Reidick, Großnichte von Helene Rednau)

 

Der Stolperstein für Helene Rednau wurde am 31. Oktober 2009 in der Gungstraße 67 in Bottrop-Welheim verlegt.

 

© 2009 Arbeitskreis Bottroper Opfer der "Euthanasie"